Wie alles begann

Tja wie es dazu kam ist eine etwas längere Geschichte, ich werde mich hier mal versuchen kurz zu fassen.
Wir wir ja nun schon wissen, studiere ich in Mainz. Ich wohne allerdings aus finanziellen Gründen immer noch zu Hause in Idar-Oberstein. Um, wie sich das für einen fleißigen Studenten wie mich gehört, jeden Morgen pünktlich an der Uni zu sein, nutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel Bus und Bahn. Meine Strecke ist recht einfach beschrieben, ich steige in Idar in den Bus und in Oberstein am Bahnhof wieder aus. Dann setze ich mich in den RegionalExpress nach Mainz. Nach ca. einer Stunde steige ich in Mainz am Hauptbahnhof wieder aus. Dort quetsche ich mich in einen Bus und fahre bis zur Uni. Abends fahre ich dann wieder genau so zurück, nur in umgekehrter Reihenfolge versteht sich.
So weit so gut.
Allerdings kann auf dieser Bahnstrecke Idar-Oberstein – Kirn – Bad Sobernheim – Bad Kreuznach – Ingelheim – Mainz und zurück so einiges passieren. Verspätungen fast jeden Tag, anhalten im Nirgendwo sowas kennt man ja. Darüber möchte ich auch nicht schreiben. Was ich euch hier erzählen möchte sind die eher einmaligen, spannenden, lustigen und auch stressenden Ereignisse, welche mir während meiner täglichen Fahrten so passieren.
Was bisher geschah und welche Abenteuer ich schon erlebt habe, hier kurz zusammengefasst.

  • Mein erstes größeres Abenteuer spielte sich am Bahnhof in Kirn ab. Ich war schon fast zu Hause, es war kurz vor acht Uhr abends und ich hab mich schon auf Abendessen gefreut. Dann die Durchsage (so ungefähr) “Aufgrund eines brennenden Zuges im Bahnhof Kirn-Sulzbach, verzögert sich die Weiterfahrt bis auf unbestimmte Zeit.” UNBESTIMMTE ZEIT KANN VIEL BEDEUTEN!!! Ich hab mich dann um kurz vor 22:00 Uhr von meinen Eltern abholen lassen. Da ich keinen Schlafsack zur evtl. Übernachtung im Zug dabei hatte.

  • Ein anderes Mal stand ich eine Stunde lang in Kirn am Bahnhof, da ein Gewitter einen Baum zum umstürzen gebracht hatte, der sich genau über die Schienen legen musste. Die Einsatzkräfte vor Ort taten ihr möglichstes, doch lag der Baum an einer so doofen Stelle, dass man halt nur von einer Seite dran kam und dort musste man erst einmal die Nahe, unseren tollen Fluss, überwinden. Abholen lassen war nicht, da ich weiter bis nach Neubrücke wollte, wo der Schneyra, auf mich wartete. Hehe Mobiltelefon hatte ich da noch keins und so hatte der mal genug Zeit sein Auto aufzuräumen.

  • Öfters treffe ich andere Studenten aus Idar-Oberstein am Bahnhof, die auch pendeln…Wir waren glaube ich zu dritt. Auf jeden Fall ging bis Igelheim alles gut…und wir machten uns so langsam fertig um in Mainz auszusteigen, also aufwachen und so halt. So ein Zug eignet sich wunderbar um Schlaf nachzuholen. Irgendwann meint einer von den Kollegen dann “ähm den Erdalfrosch sieht man doch nur von so nahe, wenn man nach Wiesbaden fährt oder???” Tja und schon ging es mit ruckeln über den Rhein…Wer sich geografisch in Rheinland-Pfalz ein bisschen auskennt der weiss, das war die Landesgrenze nach Hessen rüber. Hmm, gut aber wieso wechselt der Zug mitten während der Fahrt seinen Zielbahnhof und fährt sammt unwissenden Insassen ohne anzuhalten an Mainz vorbei? Nach zweieinhalb Stunden in denen wir in einem kleinen Ort weitere Mitstudenten und auch sonst noch hunderte Leute trafen (da alle Züge über diesen kleinen Ort umgeleitet wurden), den Nahverkehr völlig überlastet hatten und irgendwie dann wieder in Mainz waren, stellte sich heraus das bei Mainz-Süd ein Vogel!!! die Oberleitung aufgrund seines Gewichtes zerlegt hatte. Ich bin dann konsequenter Weise direkt wieder nach Hause gefahren.

  • Das letzte etwas größere und mysteriöseste Abenteuer ist noch garnicht so lange her. Diesmal mussten wir nur eine halbe Stunde im Nirgendwo stehn. Irgend so ein Vollakrobat hatte es geschafft sein Fahrrad, ich wiederhole Fahrrad!!! in der Oberleitung zu verknoten. Wie und warum weiß kein Mensch, aber letzlich haben es die Jungs von der Bahn doch geschafft, das Teil da raus zu wurschteln, ohne die Oberleitung zu beschädigen.