Löcher
Ja Löcher, von denen gab es letzte Woche gleich mehrere. Aber der Reihe nach.
Vom 30. April bis 7. Mai hatte ich das Vergnügen in Mainz-Mombach residieren zu dürfen. Grund war Loch Nr.1: Da Andi und ihr Freund in Urlaub wollten, musste das Loch in der Rund-um-Sorglos-Versorgung von Kurti geschlossen werden. Das übernahm ich. Kurti ist der wohl gechillteste Kater den ich kenne. Trotz seiner langen Fress- und Rumliege-Aktionen hatten wir aber eine Menge Spaß und laut den zwei inzwischen zurückgekehrten Urlaubern, scheint auch Kurti sehr zufrieden gewesen zu sein.
Bereits in Oberstein am Bahnhof sind mir Loch Nr.2 und Nr.3 aufgefallen. Diese sollen mit Hilfe von Fahrstühlen jedoch bald wieder gestopft werden.
Loch Nr.4 wurde gesucht, und zwar von hunderten Gegendemonstranten. Am 1. Mai fanden in Raunheim und Rüsselsheim (beides in Hessen), Aufmärsche der rechtsextremen NPD statt. Da Feiertag war und Mainz auch nicht sonderlich weit von beiden Orten weg liegt, schloss ich mich der Mainzer Antifa an und fuhr zur Gegendemonstration (laut Berichten rund 1000 Gegendemonstranten!!!).
Die erste Protestaktion fand auch direkt am Raunheimer Bahnhof statt. Kaum raus aus der Bahn, wurde der Bahnsteig besetzt, um die mit dem Zug ankommenden Nazis am aussteigen zu hindern. Der Polizei gefiel die Aktion weniger und so entschied sie sich, nach mehreren Aufforderungen den Bahnhof zu verlassen, die friedlichen Demonstranten mit Hilfe der BFE vom Bahnsteig zu entfernen. Ich hab mir dann mal das DGB-Fest in Raunheim angeschaut, aber kurz darauf wieder den Protesten angschlossen. Diesmal versuchten etliche Demonstranten unter einer Bahnbrücke hindurch, das Gebiet des Naziaufmarsches zu besetzen. Auch hier kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten und auch hier griff die BFE wieder hart ein. Irgendwann kursierte dann das Gerücht, die Teilnehmer der NPD-Demonstration seien direkt nach Rüsselsheim gefahren. Also machte sich ein Großteil der Gegendemonstranten, in ständiger Begleitung der Polizei, zu Fuß auf den Weg nach Rüsselsheim. Dort bot sich ein Szenario, welches ich so noch nicht erlebt hatte. Ein massives Aufgebot der Polizei riegelte das Gebiet des Demonstrationsmarsches hermetisch ab. Nach einigen Standortwechseln und etlichen vergeblichen Versuchen, die Demonstration zu stoppen, eskalierte die Situation. Fliegende Steine, Polizeiknüppel, brennende Straßensperren und Wasserwerfer boten mir ein Schauspiel, welches ich vorher nur aus Fernsehberichten kannte.
Etwas ausführlichere Berichte, Bilder und Videos über den 1.Mai in Raun- und Rüsselsheim findet ihr hier und hier.
Loch Nr.5 entwickelte sich abends in Rüsselsheim in meinem Magen, aber mit dem kleinsten Döner den ich je gesehen hab war das nicht zu stopfen.
