Mein Wochenende im Zug

So, da bin ich wieder. Zurück aus Bielefeld. Spannend war die Tour nicht gerade, aber lustig trotzdem.
Vorweg sei gesagt, solltet ihr irgendwann wiedermal hören, die Bahnpreise wären so hoch, weil es so viele Schwarzfahrer gibt, dann gebt demjenigen, der diesen Schwachsinn von sich gibt, kräftig einen mit.
Ich bin an diesem Wochenende mit 14 verschiedenen Zügen gefahren, ohne den städtischen öffentlichen Verkehr mitzurechnen, und wurde nicht einmal kontrolliert. Also da ist die Bahn dann wohl selber schuld. Wenn das mal keine Einladung ist.
So und nun zu meiner Fahrt, ich hab ja versprochen, ein paar Bilder nachzuliefern. Spektakulär sind die nicht, aber ich hab es geschafft, jeden Bahnhof zu photographieren. Nur vom Bielefelder Hauptbahnhof hab ich kein Photo. Das meiste sind wirklich kleine Bahnhöfe mitten im nirgendwo. Die Ausnahmen bilden neben dem Mainzer Bahnhof, der Frankfurter Hauptbahnhof, der Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe und Bielefeld. Gut ich könnte auch am Kasseler Hauptbahnhof umsteigen, aber das lohnt sich im Moment nicht, da dort eine riesige Baustelle das Gleis besetzt. Die Bahnhofstoilette am Kasseler Bahnhof wäre eine Attraktion für sich, aber das ist eine andere Geschichte.
Hier also nun mal die Bilder von meinen Umsteigebahnhöfen: Herford, Altenbeken,die Altenbekener Bahnhofskneipe, Warburg, Kassel-Wilhelmshöhe, Frankfurt (tief), Mainz.

Eins ist allerdings dann doch erwähnenswert. Irgendwo in der hessischen Einöde stieg ein ziemlich betrunkener Typ ein. Mir gegenüber saß ein russisch-orthodoxer Priester mit seinen Begleitern. Der trunkene Typ jedenfalls, fällt also in diesen Zug rein mit den Worten: “Kann mir jemand 4€ leihen, ich hab mich verkalkuliert und brauche noch ein Anschlussticket.” Äh, Junge – 2 Bier weniger und das mit dem Ticket hätte geklappt. Naja, auf jeden Fall fällt dem der Priester auf und er dachte wohl, da er nur den langen Bart und ein ihm unbekanntes Gewand sah es müsse sich um einen jüdischen Geistlichen halten. Jedenfalls baut er sich, so gut das wankend und in dem Zustand, in dem fahrenden Zug ging, vor den Leuten auf und meint “Leiht einem armen Deutschen doch 4€, ich hab die Juden nicht vergast, ich wars nicht, ich bin nicht schuld!” Öh! Krass! Wie strack muss man bitte sein! Die Frau neben mir und ich, wir haben uns nur angeguckt, der Priester aber fing einfach an zu lachen und schickte den Typen ohne ein Wort zu sagen weiter.
Das war allerdings schon alles, dem Castor-Transport sind wir nicht in die Quere gekommen, und es haben sich auch keine Demonstranten hinter den Zug geschmissen.
Irgendwie vermisse ich ein bisschen was, denn seit dem Semesterbeginn ist noch nichts passiert.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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