Lang hats gedauert…

…so hat ja lange gedauert, aber die letzte Woche kam ich wegen Prüfungen, etc. einfach nicht dazu meine letzten Erlebnisse auf zu schreiben.
Zur Uni und Heim ist eigentlich nichts berauschendes passiert, aber letzten Freitag (28.04.2006) hab ich mich auf Bahn-Erlebnis-Tour begeben. Gefahren bin ich in den hohen Norden, dort studiert meine Freundin in Bielefeld (ja ich kenne die Verschwörungstheorie). Tatsächlich habe ich alle Anschlüsse, auch wenn es manchmal knapp war, erreicht. Ich habe unter anderem auf der Tour die Kasseler Bahnhofs-Toiletten getestet. Im Hauptbahnhof die Toilette ist der pure Luxus. Alles funktioniert automatisch, eine freundliche Dame hinter einem Tresen kassiert und man wird mit leiser aber harmonischer Musik berieselt. WOW!!! Zuerst dachte ich ja ich sei in der Eingangshalle von MIB-Europe gelandet oder so. Ernüchternd war allerdings der Check der Toiletten am Fernbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. Die Hoffnung, die Hbf-Toiletten werden an einem ICE-Bahnhof noch gesteigert, hier fahren ja mehr Geschäftsleute und so, schlug aber recht bald in Ernüchterung und Entsetzen um. Zuerst hab ich den Bahnhofsklo (mehr isses nit) gar nicht gefunden. Ich hab mich dann aber doch rein getraut. Keiner kassiert, nix geht automatisch und Musik gabs auch keine. Dafür aber ein komplett auf Edelstahl-Look getrimmtes Etablisement mit Drehkreuz, Geldschlitz, viel zu wenig Platz und einem Papiertuch-Spender ohne Papier. Herzlich Glückwunsch.
Nun aber zu den anderen Sachen.
Auf Platz 3 meiner Skala landete eine blinde ältere Dame, die mit ihrer Begleitung an einem der zahlreichen Umsteigebahnhöfe an mir vorbei lief. Sie ging da also so mit ihrer Begleitung und ihrem Blindenstock an mir vorbei und fragte irgendwas… Die Begleitung antwortete ( ‘tschuldigung ich konnt mir das Gespräch leider nicht merken) worauf die Blinde ziemlich laut und wild mit ihrem Stock fuchtelnd meinte “JA DAS WOLLEN WIR ERST MAL SEHN”. Gut da is jetzt nix dabei, aber der Anblick mit Sonnenbrille, Blindenstock und dem Satz war einfach grandios.

Platz 2 machte ein etwa drei Jahre altes Mädchen. Die saß im Zug mit ihrem Papa neben mir. Irgendwann fragte Papa dann was die kleine denn gerne daheim Essen möchte, worauf die kleine prompt mit Fleisch antwortete. COOL, das nenn ich mal nen Wunsch. Der Papa wollte natürlich auch wissen was für Fleisch denn gerne verzehrt werden möchte. Zuerst hatte die kleine keinen Plan, aber den Vorschlag von Papa, den Hasen zu braten, fand sie ziemlich uncool. “NEIN NICHT HASIII” ließ sie das dann auch den ganzen Zug wissen. Die kleine fing dann an dem Papa zu erklären das sie nur Tiere essen möchte, die sie nicht mag. Rehe, Hunde, Hühner fand sie ganz toll. Papa fragte dann was sie denn nicht möge. “Ich hasse Wildschwein, die können wir essen und Katzen mag ich auch nicht….”. Ja Katzen, aber nicht kochen sondern dünsten, das ist ein Unterschied von mindestens 40°.

Unangefochten auf Platz 1 landeten zwei Herren. Beide irgendwo Ende 30, Anfang 40. Die beiden hatte ich ne ganze Weile als Gesellschaft. Als erstes wollten sie Gitarre spielen, merkten aber recht bald das ihnen dazu die Gitarre fehlte. Normalerweise merkt man so was bevor man anfängt zu singen, aber die zwei waren zugedröhnt bis in den letzten Winkel, da ging gar nix mehr. “EH du kiffst doch bestimmt” war der erste Kommentar, der sich an mich wandte. Unmittelbar gefolgt von einem Griff in die Jacke, zücken von 4!!! Platten gepresstem und der Frage “Brauchste was???”. Nachdem ich dankend abgelehnt hatte, griff er in seine andere Tasche und wollte mir sein letztes Koks andrehen. Ich hatte allerdings nicht soviel Glück wie das Pärchen was uns gegenüber saß. Denen schenkte er jeweils ein Pillchen mit den Worten “Och seht ihr verliebt aus, hier habt noch ein bisschen Spass heute.” Zu guter letzt erzählt mir der eine von den beiden, dass sie gerade auf dem Weg zu seinem Sohn waren. Krass!!! Naja als wenns das gewesen wäre. Da ruft der doch seinen Sohn an und meint nur so “Eh Junge ich bins dein Vadder, wir sind in 15 Minuten am Bahnhof, dreh schon mal ein paar Kolben vor!” Die Familienfeier hätte ich gerne miterlebt.

Das nächste mal wenn ich nach Bielefeld fahre werde ich ausprobieren ob man in 7 Minuten, länger war meine IC-Fahrt nicht, im Bordrestaurant ein Bier ordern kann und auch zum trinken kommt.

Hinterlasse einen Kommentar

Name: (erforderlich)

eMail: (erforderlich)

Website:

Kommentar: