Geschwindigkeitsrausch

Seit gestern weiß ich jetzt auch wie schnell so ein Zug überhaupt fährt.
Ich hatte von meinem Platz aus perfekten Blick auf das Armaturenbrett. Ganz vorne saß ich da, der Lokführer auf seinem wesentlich bequemer aussehenden Fahrersitz, direkt vor mir. Von den ganzen Anzeigen hab ich so gut wie keine verstanden, aber den Tachometer konnte ich schon noch ablesen, der is wie in einem normalen Auto, analog, also mit Zeiger und so.
Dacht ich mir, “na, jetzt guckste mal ab und zu drauf, dann weisste auch wieso du immer so lange brauchst.”
Das hab ich dann auch rausgefunden. Zwischen Idar-Oberstein und Ingelheim schwankte der Zeiger immer so zwischen 90 und 110 km/h. Das erklärt warum ich so oft neue Sachen auf der Strecke entdecke, ich hab einfach zu viel Zeit aus dem Fenster zu gucken.
Ab Ingelheim, wo sich dann auch meistens zeigt, ob ich noch pünktlich in meine Vorlesung komme, scheinen auch die Lokführer zu merken, dass es eng werden könnte. Ab hier steigern sich die Jungs täglich in einen Geschwindigkeitsrausch und tatsächlich, die Tachonadel schoß förmlich an den 100km/h vorbei, weiter und weiter bis jenseits der 160 Sachen.
Leider hat das Zugpersonal aber anscheinend auch noch nicht alles gesehen, was es an der schönen Nahestrecke so links und rechts zu sehen gibt, weshalb ich wohl weiter ab Ingelheim bangen muss.

Hinterlasse einen Kommentar

Name: (erforderlich)

eMail: (erforderlich)

Website:

Kommentar: